Nach EM-Aus: Hanning fordert Konsequenzen im DHB

Nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft in der Hauptrunde bei der EM in Serbien, die gleichbedeutend mit dem Verfehlen der Olympia-Qualifikation war, fordert Bob Hanning Konsequenzen im Verband. Der Deutsche Handballbund (DHB) brauche gravierende strukturelle Änderungen, so der frühere Assistenztrainer der Nationalmannschaft, ansonsten sei das A-Team auf absehbare Zeit nicht mehr in der Lage, Titel zu gewinnen.

Professionalisierung durch eine neue Leitungsebene

Für den 43-Jährigen ist ein Umbau des gesamten DHB beginnend mit der Verbandsführung unausweichlich. Innerhalb des Verbandes müssten „kompetente Personen“ die Verantwortung übernehmen, so Hanning. Dieser personelle Schnitt müsse noch in der laufenden Legislaturperiode gemacht werden, so der heutige Manager der Füchse Berlin weiter. Präsident Ulrich Strombach habe ja bereits einer verkürzten Legislaturperiode zugestimmt, die 2013 ende.

Die Suche nach einem Nachfolger solle deshalb schon jetzt beginnen, müsse harmonisch und in Abstimmung mit den Landesverbänden passieren. Mit dem neuen Mann solle eine Professionalisierung der gesamten Leitungsebene einhergehen. Anschließend müssten die Aufgaben des DHB definiert und Kernaufgaben des Verbandes eindeutig benannt werden, führt Hanning aus.

Über Jugendarbeit die Wende zum Besseren schaffen

Für den Manager der Berliner Füchse kann die Nationalmannschaft nur durch eine stark verbesserte Nachwuchsförderung wieder an die Spitze finden. Der Verjüngungsprozess müsse bereits im A-Team beginnen. Künftig solle die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger mit wenigstens vier Spielern im Kader auflaufen, die jünger als 23 sind. Doch auch die Bundesliga klammert Hanning nicht aus. In Zukunft solle kein Team der höchsten deutschen Spielklasse mehr antreten dürfen, das nicht wenigstens drei Spieler in seinem Kader aufweist, die jünger als 25 sind.

Um diesen Verjüngungsprozess zu schaffen, sei ein enger Schulterschluss zwischen dem DHB, dem Liga-Verband und den Landesverbänden unverzichtbar, ist der Manager der Füchse Berlin überzeugt. Dieser sei jedoch möglich und deshalb könne es gelingen, auch die A-Nationalmannschaft international wieder in die Erfolgsspur zurückzubringen. Die Jugendarbeit an sich sei bereits gut. Nicht umsonst sei Deutschland im vergangenen Jahr U21-Weltmeister geworden.