Zu stark für Serbien: Dänemark ist Europameister

Dänemark hat die Nachfolge Frankreichs angetreten und ist neuer Europameister. Die Nordeuropäer besiegten Turnier-Gastgeber Serbien in einem packenden Finale mit 21:19 (9:7). Für die Serben platzte damit der Traum, vor heimischem Publikum den Titel zu gewinnen. Stolz waren Spieler und Gastgeber dennoch, denn der Silberrang bedeutete den größten Erfolg dies hiesigen Handballs seit dem WM-Titel 1986.

Serbien kämpfte, doch die Dänen waren zu stark

Das Finale schrieb früh seine Geschichte. Die Dänen waren den Serben spielerisch deutlich überlegen und wussten diese Vorteile immer wieder in Zahlen umzusetzen. Früh führten sie mit 8:5 und später mit 16:12. Die Serben hatten es gerade in der Anfangsphase ihrem überragenden Schlussmann Darko Stanic zu verdanken, dass sie das Endspiel nicht frühzeitig verloren.

Doch je länger das Spiel dauerte, desto mehr offenbarte sich der zweite Zweig der Finalgeschichte: die Serben setzten der Klasse Dänemarks Kampf und Leidenschaft entgegen. Es waren zwei Mittel, die es ihnen ermöglichten, sich immer wieder an den Gegner heranzukämpfen und das Endspiel offenzuhalten. Doch letztlich genügte dies nicht: Die Dänen begegneten dem serbischen Kampf mit viel Ruhe und brachten die Führung auf diese Weise über die Zeit.

Der Traum der drei Titel

Vor dem Finale gab es in der Halle nur ein Thema: Würde dies der serbische Tag werden? Im fernen Melbourne kämpfte Tennis-Star Novak Djokovic gegen Rafael Nadal um den Triumph bei den Australien Open. Zudem rangen auch die serbischen Wasserballer um den EM-Sieg. Drei wichtige Titel an einem Tag schienen zum Greifen nahe. Dann tönten auf einmal laute „Serbien, Serbien“-Rufe quer durch das Rund.

Noch bevor der Hallensprecher es überhaupt erwähnt hatte, war die Nachricht aus Australien bis nach Belgrad durchgedrungen: Djokovic hatte Nadal in einem Fünf-Satz-Krimi niedergerungen, auch die Wasserballer holten EM-Gold. Dass es nicht zum dreifachen Triumph reichte, lag einzig an den Handballern, die kein Mittel gegen die Dänen fanden. Gefeiert werden soll trotzdem zu dritt: Auf dem Rathausplatz werden die Serben die Wasserballer, Djokovic und die Handballer bejubeln können.