HSV Hamburg zieht Notbremse: Carlén muss gehen

Der deutsche Meister HSV Hamburg hat Trainer Per Carlén entlassen. Dies gaben die Hanseaten auf ihrer Homepage bekannt. Man werde die spielfreie Zeit bis zum 16. Januar nutzen, um eine Lösung zu finden, versprach Neu-Präsident Martin Schwalb, dem der Schwede erst im Sommer auf der Trainerbank nachgefolgt war.

Der Meister reagiert damit auf den bisher enttäuschenden Saisonverlauf. Allein in der Hinrunde verloren die Hanseaten vier Partien, was sie bereits jetzt sämtlicher Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung kostete. Rekordmeister THW Kiel ist ihnen schon um acht Punkte enteilt. Das letzte Spiel gegen Frisch Auf Göppingen war dabei ein Sinnbild für die gesamte Hinserie des HSV. Nach 15 Minuten lagen die Norddeutschen mit 2:10 zurück, nur um das Spiel mit einem Kraftakt doch noch mit 34:29 gewinnen zu können.

Verhältnis zur Mannschaft zerrüttet

Laut „Bild“ war aber der fehlende sportliche Erfolg nicht der einzige Grund, der Carlén schließlich seinen Trainerposten kostete. So soll auch sein Verhältnis zur Mannschaft zerrüttet sein, weshalb sich die Verantwortlichen des HSV bereits vor Wochen gegen eine Weiterbeschäftigung des glücklosen 51-Jährigen ausgesprochen haben sollen.

Juristische Auseinandersetzung nicht ausgeschlossen

Die beiden HSV-Schwergewichte Martin Schwalb und Andreas Rudolph stehen vor einem Drahtseilakt. Sie müssen einen neuen Übungsleiter finden, der vor allem die taktischen Defizite des HSV aufarbeiten kann, die Carlén zu keinem Zeitpunkt der Hinrunde in den Griff bekam. Zugleich ist es aber ebenfalls ihre Aufgabe, das zerrüttete Verhältnis zum Schweden zu befrieden.

Denn dieser möchte sich mit seiner Entlassung keinesfalls abfinden. Eine juristische Auseinandersetzung ist laut lokaler Hamburger Medien nicht ausgeschlossen. Egal, wer der neue Mann wird, ihn erwartet also eine gewaltige Aufgabe, denn in den nächsten Wochen sind einige seiner wichtigsten Spieler auch noch bei der Nationalmannschaft, um die EM in Serbien zu bestreiten.