EM: Der Traum von Halbfinale und Olympia ist geplatzt

Deutschland hat das letzte Spiel der EM-Hauptrunde gegen Polen denkbar knapp mit 32:33 (17:18) verloren. Die DHB-Auswahl zeigte einen packenden Kampf, der ein Happy End verdient gehabt hätte.

Im zweiten Spielabschnitt lagen die Akteure von Bundestrainer Martin Heuberger zeitweilig sogar mit 25:29 zurück, doch konnten sich wieder herankämpfen. Kapitän Pascal Hens sorgte in der 56. Minute für eine kurzzeitige deutsche Führung, doch es war nicht der Tag der Männer aus der Bundesrepublik.

„Das haben die Jungs nicht verdient“, seufzte Heuberger nach dem Spiel, dem die Anstrengungen und die Spannung der vorangegangenen Minuten deutlich anzusehen waren. „Für den tollen Kampf hätten wir mindestens mit einem Punkt belohnt werden müssen“, fügte der Nachfolger von Heiner Brand auf der deutschen Trainerbank an.

Polnische Taktik geht auf

Die Polen überraschten die Deutschen mit einer offensiven 5:1-Deckung, mit der die DHB-Auswahl erst in der Endphase besser zurechtkam. Zuvor offenbarte die deutsche Abwehr gegen die aggressiven polnischen Offensivspieler immer wieder Lücken, zudem setzte sich die Abschlussschwäche der Deutschen, die sich wie ein roter Faden durch das ganze Turnier gezogen hat, auch gegen den Endspielgegner der WM 2007 fort.

In der Schlussphase des Spiels kam es dann zusätzlich knüppeldick für die Mannschaft aus der Bundesrepublik: Erst musste Dominik Klein mit Rot vom Feld, ihm folgte der bis dahin stark aufspielende Michael Haaß, der sich eine schwere Beinverletzung zuzog.

Das Ende des Traums von Olympia

Die Niederlage gegen die Polen bedeutet für Deutschland nicht nur das Verpassen des Halbfinales der EM, sondern auch das Ende des Traums, sich doch noch über eines der Qualifikationsturniere für die Olympischen Spiele qualifizieren zu können. Dafür hätte Deutschland eines der beiden besten Teams der EM werden müssen, welches sich noch nicht für die Spiele oder eines der Turniere qualifiziert hat. Es ist das erste Mal, dass die Deutschen sich nicht wenigstens für die olympische „Hoffnungsrunde“ qualifizieren konnten.